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Atterberg-Grenzen nach DIN 18122: Präzise Bodenklassifikation für Bayreuth

Gemeinsam lösen wir die Herausforderungen von morgen.

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Die DIN 18122 ist bei bindigen Böden im Bayreuther Raum kein bloßer Formalismus. Die wechselhaften Verwitterungslehme über dem Keuper und die teils sensitiven Tonlinsen im Stadtgebiet reagieren extrem auf Wasseraufnahme. Wir bestimmen im Labor die Fließ- und Ausrollgrenze, um die Plastizitätsspanne exakt zu beziffern. Gerade in Hanglagen wie rund um den Pensenweg oder im Einzugsbereich des Roten Mains hilft die Konsistenzzahl, die Tragfähigkeit bei wechselnden Wassergehalten realistisch einzuschätzen. Wer vor einer Gründung nur die Korngröße kennt und die Plastizität ignoriert, riskiert böse Überraschungen beim Aushub. Die Schürfgruben liefern uns ungestörte Proben aus der kritischen Tiefe, und in Kombination mit der Korngrößenanalyse entsteht ein vollständiges Bild des Feinbodens.

Die Plastizitätszahl Ip ist der entscheidende Kennwert, um die Empfindlichkeit eines bindigen Bodens gegenüber Wasserhaushaltsänderungen in Bayreuth zu quantifizieren.

Unser Ansatz

Ein Klassiker, den wir immer wieder sehen: Baugruben im Bayreuther Stadtgebiet werden freigegeben, die Sohle sieht trocken und fest aus, und nach zwei Regentagen steht das Wasser. Warum? Weil die Konsistenz des anstehenden Tons knapp oberhalb der Ausrollgrenze lag und keiner hat's geprüft. Die Atterberg-Grenzen verraten uns genau, ab welchem Wassergehalt der Boden vom halbfesten in den weichen Zustand kippt. Wir trocknen, sieben und prüfen im Nasssiebverfahren, bevor die Feinanteile im Casagrande-Apparat landen. Die Plastizitätskarte nach DIN 18196 ordnet den Boden dann als TL, TM oder TA ein – essenziell für die Wahl des Erdstofflabors. Bei Auffüllungen mit Fremdmaterial schauen wir uns zusätzlich die Proctor-Versuche an, um die Verdichtbarkeit mit den Konsistenzgrenzen abzugleichen.
Atterberg-Grenzen nach DIN 18122: Präzise Bodenklassifikation für Bayreuth
Technisches Referenzbild — Bayreuth

Lokaler geotechnischer Kontext

Bayreuths Untergrund ist geprägt von den tonig-schluffigen Verwitterungsprodukten des Keupers, die über Jahrhunderte die Bebauung mitbestimmt haben. Die Altstadt thront auf einem Hügelrücken, während die jüngeren Siedlungen im Norden und Osten oft auf mächtigeren Verwitterungshorizonten gründen. Fehlt hier die Bestimmung der Atterberg-Grenzen, wird die Setzungsprognose zur Lotterie. Ein als TM eingestufter Ton kann bei Wasserzutritt quellen, ein TA-Ton schrumpft bei Austrocknung und reißt auf. Beides gefährdet Gründungen und Leitungsgräben gleichermaßen. Wir kombinieren die Konsistenzgrenzen routinemäßig mit dem Wassergehalt und der Korndichte, um das Verformungspotenzial im teilgesättigten Zustand abzuschätzen.

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Typische Werte

ParameterTypischer Wert
NormDIN 18122-1 und -2
Fließgrenze wLIn % Wassergehalt
Ausrollgrenze wPIn % Wassergehalt
Plastizitätszahl IpwL - wP
Konsistenzzahl Ic(wL - w) / Ip
ProbenmengeCa. 200 g luftgetrocknet, < 0,4 mm
Dauer Routine2-3 Werktage nach Probeneingang

Verwandte Dienstleistungen

01

Fließgrenze nach DIN 18122-1

Mechanische Ermittlung mit dem Schließapparat nach Casagrande. Mindestens vier Einzelversuche pro Probe zur statistisch abgesicherten Bestimmung des Wassergehalts am Übergang vom plastischen zum flüssigen Zustand.

02

Ausrollgrenze nach DIN 18122-2

Manuelle Ausrollmethode auf einer saugfähigen Platte bis zur Rissbildung bei 3 mm Strangdurchmesser. Entscheidend für die Klassifikation nach DIN 18196 und die Abschätzung der Schrumpfneigung.

03

Plastizitätszahl und Konsistenzberechnung

Differenz aus Fließ- und Ausrollgrenze als Maß für die plastische Verformbarkeit. Wir berechnen die Konsistenzzahl Ic aus natürlichem Wassergehalt und setzen sie in Relation zur Zustandsform des Bodens.

Normativer Rahmen

DIN 18122-1:1997-08 – Fließgrenze, DIN 18122-2:2020-11 – Ausrollgrenze, DIN 18196:2023-02 – Bodenklassifikation für bautechnische Zwecke, DIN EN ISO 17892-12:2018 – Bestimmung der Fließ- und Ausrollgrenze

Fragen und Antworten

Welche Bodenarten erfordern die Bestimmung der Atterberg-Grenzen?

Alle bindigen Böden mit einem Feinkornanteil über 40 Prozent. Dazu zählen Tone, Schluffe und tonige Sande. In Bayreuth sind das vor allem die Verwitterungslehme über dem Keuper und die quartären Auelehme im Maintal.

Wie unterscheidet sich die Fließgrenze von der Ausrollgrenze?

Die Fließgrenze wL markiert den Wassergehalt, bei dem der Boden vom plastischen in den flüssigen Zustand übergeht. Die Ausrollgrenze wP ist der Wassergehalt an der Grenze vom halbfesten zum plastischen Bereich. Die Differenz ergibt die Plastizitätsspanne.

Was kostet die Bestimmung der Atterberg-Grenzen in Bayreuth?

Für eine Einzelprobe liegen die Kosten zwischen €70 und €100, abhängig vom Vorbereitungsaufwand und ob beide Grenzwerte bestimmt werden. Bei Serien von mehr als fünf Proben staffeln sich die Preise.

Reicht die Korngrößenverteilung allein nicht aus?

Nein. Die Korngröße zeigt nur die Anteile von Ton, Schluff und Sand, aber nicht deren plastisches Verhalten. Ein Ton mit 60 Prozent Tonanteil kann je nach Mineralogie völlig unterschiedliche Plastizität aufweisen. Erst die Atterberg-Grenzen machen die bodenmechanische Beurteilung vollständig.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Bayreuth und seinem Großraum.

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