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Proctor-Versuch in Bayreuth: Normale und modifizierte Verdichtungskontrolle

Gemeinsam lösen wir die Herausforderungen von morgen.

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Die barocke Pracht Bayreuths ruht auf einem geotechnisch anspruchsvollen Untergrund aus heterogenen Keuper- und Lias-Sedimenten, die beim Richard-Wagner-Festspielhaus ebenso präsent sind wie unter der weitläufigen Wilhelminenaue. Die Erweiterung der Universität Bayreuth und der Ausbau des Klinikums haben in den letzten Jahren gezeigt, dass die Verdichtbarkeit dieser verwitterten Ton- und Sandsteine stark variiert. Ein Proctor-Versuch schafft hier die notwendige Datengrundlage, um Tragfähigkeit und Setzungsarmut unterhalb von Fundamenten, Fahrbahnen und Leitungsgräben rechnerisch sicher nachzuweisen. Unser geotechnisches Labor ermittelt die Proctordichte für jede Einbaulage, bevor der erste Bagger auf dem roten Maintal-Boden anrollt.

Ein einziger undokumentierter Verdichtungsgrad im Bayreuther Keuper kann Jahrzehnte später Risse im Mauerwerk verursachen — die Proctorkurve ist unsere präzise Versicherung gegen diesen schleichenden Verlust der Tragfähigkeit.

Unser Ansatz

Während im Stadtteil St. Georgen die quartären Talsedimente der Mistel mit hohen Schluffanteilen eine sehr empfindliche Reaktion auf den Wassergehalt zeigen, dominieren im Osten der Stadt rund um den Oschenberg die verwitterten Rhät-Lias-Tone mit stark schwankenden Plastizitätszahlen. Ein modifizierter Proctor-Versuch nach DIN 18127 mit höherer Verdichtungsarbeit ist dort oft zielführender als die Standardmethode, weil die steifen Konsistenzen eine intensivere Energieeinleitung erfordern.

Unsere Routine umfasst den gesamten Prozess von der repräsentativen Probenahme im Sand- und Kieswerk bis zur Auswertung der Verdichtungskurve. Die Bestimmung des optimalen Wassergehalts für bindige Maintal-Aueböden verhindert spätere Quell- und Schrumpfschäden, die in Bayreuth aufgrund der häufigen Wechsellagerung von durchlässigen Sandsteinbänken und undurchlässigen Tonsteinen eine typische Schadensursache darstellen.
Proctor-Versuch in Bayreuth: Normale und modifizierte Verdichtungskontrolle
Technisches Referenzbild — Bayreuth

Lokaler geotechnischer Kontext

Im Bayreuther Stadtgebiet kommt ein automatischer Verdichter mit Glattmantelbandage zum Einsatz, der exakt auf die im Proctor-Versuch ermittelte optimale Dichte abgestimmt werden muss. Liegt der Wassergehalt des Keuper-Verwitterungslehms nur zwei Prozent neben dem Optimum, fällt die erzielbare Trockendichte dramatisch ab. Die Folge sind Setzungsmulden hinter Widerlagern oder ungleichmäßige Bettungsmodule unter elastisch gebetteten Bodenplatten. Besonders kritisch wird dies bei der Hinterfüllung von Stützwänden entlang der Bundesstraße 2, wo dynamische Verkehrslasten auf unzureichend verdichtetes Material einwirken. Ein Proctor-Versuch ist hier kein akademischer Akt, sondern die baubegleitende Kontrolle, die den Unterschied zwischen einem beständigen Erdbauwerk und einem langfristigen Sanierungsfall definiert.

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Video-Überblick

Typische Werte

ParameterTypischer Wert
PrüfnormDIN 18127:2012-09
Versuchstyp100 cm³ (normal) / 150 cm³ (modifiziert)
Verdichtungsenergieca. 0,6 MNm/m³ (normal) / ca. 2,7 MNm/m³ (modifiziert)
Verdichtungsschläge3 × 25 (normal) / 3 × 44 (modifiziert)
Maximalkornbis 63 mm (individuelle Anpassung)
Probenmengemin. 25 kg (ungestört / gestört)
AuswertungTrockendichte-Wassergehalt-Diagramm inkl. Sättigungslinie

Verwandte Dienstleistungen

01

Einfacher Proctor-Versuch (100 cm³)

Standardprüfung für fein- und gemischtkörnige Böden mit geringer Durchlässigkeit, wie sie in den Auelehmen der Rotmain-Niederung vorkommen.

02

Modifizierter Proctor-Versuch (150 cm³)

Versuch mit erhöhter Verdichtungsenergie für grobkörnige und steife bindige Böden, ideal für Tragschichten im Straßenbau und Bahndämme.

03

Proctorkurve mit Sättigungslinie

Erweiterte Auswertung des optimalen Wassergehalts unter Berücksichtigung der Porenluft; essenziell für die Beurteilung der Witterungsempfindlichkeit des Bayreuther Lias-Tons.

04

Baubegleitende Verdichtungskontrolle

Mobile Dichtebestimmung mittels Sandersatzverfahren im direkten Vergleich mit den Sollwerten aus dem Proctor-Versuch, inklusive Dokumentation nach ZTV E-StB.

Normativer Rahmen

DIN 18127:2012-09 (Proctor-Versuch), DIN EN 13286-2 (Ungebundene Gemische), ZTV E-StB 17 (Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen Erdbau), RIL 836 (DB AG — Erdbauwerke), DIN 18196 (Bodenklassifikation)

Fragen und Antworten

Was kostet ein Proctor-Versuch in Bayreuth?

Ein einfacher Proctor-Versuch in unserem akkreditierten Labor kostet zwischen €110 und €180, abhängig von Probenvorbereitung und maximaler Korngröße. Der modifizierte Versuch liegt aufgrund des höheren Prüfaufwands im oberen Bereich.

Warum ist der Wassergehalt für die Verdichtung in Bayreuth so entscheidend?

Die Keuper- und Lias-Böden enthalten quellfähige Tonminerale. Nur im optimalen Wassergehalt lässt sich die maximale Trockendichte erreichen. Zu nass eingebautes Material verliert an Scherfestigkeit, zu trockenes Material bildet Klumpen, die später unter Lasteintrag zerfallen.

Reicht der einfache Proctor-Versuch für den Straßenbau?

Für das Planum und den Unterbau reicht häufig der einfache Proctor-Versuch aus. Für die Tragschichten unter hochbelasteten Asphaltdecken, etwa im Bereich der Autobahnanschlüsse, fordert die ZTV E-StB meist den modifizierten Proctor-Versuch mit höherer Verdichtungsenergie.

Wie viel Material wird für einen Proctor-Versuch benötigt?

Wir benötigen mindestens 25 Kilogramm gestörte oder ungestörte Bodenprobe, die wir aus dem Aushub oder per Rammkernsonde entnehmen. Bei grobkörnigen Böden mit einem Größtkorn über 31,5 mm ist eine größere Probenmenge notwendig.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Bayreuth und seinem Großraum.

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