Wenn der Bohrkern aus dem Keuperton der Bayreuther Senke auf dem Labortisch liegt, beginnt die eigentliche Arbeit: die Pfahlgründungsbemessung. Auf dem 50-MN-Prüfrahmen fahren wir erst den ungestörten Zylinder ein, dann die Wegaufnehmer justieren, bevor die Belastungsstufen nach DIN 1054 greifen. In Bayreuth haben wir es oft mit den verwitterten Schichten des Oberen Buntsandsteins zu tun, die unterhalb von sechs bis acht Metern anstehen. Die Mantelreibungswerte, die wir daraus ableiten, entscheiden über Pfahlanzahl und Einbindetiefe. Wer hier mit Tabellenwerten arbeitet, verschenkt entweder Tragfähigkeit oder riskiert unzulässige Setzungen. Wir ermitteln die Kennwerte direkt aus dem Material, das der Bohrmeister vor Ort gezogen hat – und das macht den Unterschied zwischen einer überdimensionierten und einer passgenauen Gründung.
Die Tragfähigkeit eines Pfahls hängt nicht vom Durchmesser ab – sondern von der Qualität der Mantelreibung, die wir im Labor Abschnitt für Abschnitt nachweisen.
Lokaler geotechnischer Kontext
Bayreuth liegt auf knapp 340 Metern Höhe, eingebettet zwischen Fichtelgebirge und Fränkischer Schweiz. Die quartären Talfüllungen des Roten Mains erreichen stellenweise Mächtigkeiten von über zehn Metern und sind setzungsempfindlich. Eine Pfahlgründungsbemessung, die sich nur auf Erfahrungswerte aus dem Münchner Raum stützt, scheitert hier regelmäßig an den lokal stark wechselnden Verwitterungsprofilen des Keupers und Buntsandsteins. Das größte Risiko entsteht, wenn der Pfahlfuß in einer scheinbar tragfähigen, aber unzureichend erkundeten Felsschicht abgesetzt wird – darunter können offene Klüfte oder aufgelockerte Zonen liegen, die erst unter Dauerlast nachgeben. Wir haben in Bayreuth Bohrkerne gesehen, die auf den ersten Meter kompakt wirkten und ab Meter zwei in Grus übergingen. Ohne labortechnische Überprüfung der Gesteinsfestigkeit und Trennflächenbeschaffenheit ist die Pfahlbemessung eine Wette auf die Geologie – und die gewinnt der Baugrund meist.
Fragen und Antworten
Was kostet eine Pfahlgründungsbemessung in Bayreuth?
Für ein typisches Einfamilienhaus mit drei bis vier Pfählen liegen die Kosten für die laborseitige Pfahlgründungsbemessung zwischen €1.310 und €2.800, abhängig vom Umfang der erforderlichen Triaxialversuche. Bei Mehrfamilienhäusern oder Gewerbebauten mit umfangreicheren Feldversuchen und numerischen Setzungsberechnungen bewegen wir uns im Bereich von €3.500 bis €5.990. Jedes Angebot erstellen wir auf Basis des Baugrundgutachtens und des Pfahlplans.
Welche Pfahltypen bemessen Sie für den Bayreuther Baugrund?
Wir bemessen Bohrpfähle nach DIN EN 1536, Verdrängungspfähle (Schraubpfähle, Vollverdrängungspfähle) und Mikropfähle für beengte Baustellen. Die Wahl des Pfahltyps hängt vom anstehenden Bodenprofil ab: Im Keuperton der Bayreuther Innenstadt sind Bohrpfähle mit Mantelverpressung oft wirtschaftlicher, während in den Hanglagen mit geringmächtiger Überdeckung und früh anstehendem Fels Mikropfähle mit Felszahn die bessere Lösung sein können.
Wie lange dauert eine Pfahlgründungsbemessung vom Auftrag bis zum Ergebnis?
Eine vollständige Pfahlgründungsbemessung – inklusive Probenvorbereitung, Triaxialversuchen, Felsprüfung und Erstellung des Bemessungsberichts – benötigt im Labor etwa zehn bis vierzehn Werktage. Bei dringenden Projekten in Bayreuth können wir die Versuche priorisieren und erste Kennwerte für den Statiker innerhalb von fünf Werktagen bereitstellen. Voraussetzung ist, dass die ungestörten Boden- und Felsproben bereits vorliegen.