Die DIN 18128 verlangt klare Aussagen zum Baugrund. In Bayreuth ist das keine Routine. Die Stadt liegt auf einem komplizierten Flickenteppich aus Keuper- und Lias-Schichten. Der Rote Main hat tiefe Täler in den Sandsteinkeuper geschnitten und die Hänge sind oft mit Fließerden bedeckt. Für uns im Labor bedeutet das: Jede Baustelle überrascht. Mit der Vertikalen Elektrischen Sondierung (VES) tasten wir den Untergrund ab, ohne ihn zu zerstören. Wir schicken Gleichstrom in den Boden und messen die Spannung an der Oberfläche. So sehen wir, wo der Sandstein ansteht, wo die Tonsteine beginnen und ob alte Flussbetten unter der geplanten Bodenplatte liegen. Gerade im Bahnhofsviertel oder in den Hanglagen von St. Georgen ist diese Vorinformation Gold wert, bevor der erste Bagger rollt. Ergänzend zur Sondierung setzen wir bei Bedarf die seismische Refraktion ein, um die Felsoberkante genauer zu kartieren.
Im Bayreuther Keupergebirge trennt die VES zuverlässig tragfähigen Sandstein von rutschgefährdetem Tonstein – ein entscheidender Vorteil vor der Bohrplanung.
